Wichtige Punkte:
- 1Baue deinen Funnel rund um das Kundenverhalten auf
- Die besten E-Commerce Funnels führen Käufer durch jede Phase der Customer Journey – von der Entdeckung bis zum Wiederholungskauf
- 2Conversion Pages sind entscheidend
- Starke Landing Pages und Produktseiten reduzieren Hürden, schaffen Vertrauen und erleichtern es Besuchern, aktiv zu werden
- 3Optimierung sorgt für langfristiges Wachstum
- Das Tracken von Kennzahlen, ein verbesserter Checkout Flow sowie E-Mail-Recovery und Upsells können den Umsatz langfristig steigern
Dein E-Commerce-Shop sieht super aus, deine Marke ist stark und dein Produkt hält, was es verspricht. Trotzdem fühlt sich der Umsatz noch niedriger an als erwartet. Warum?
Die Wahrheit ist: Ein großartiger Shop und ein tolles Produkt reichen einfach nicht aus, um wirklich erfolgreich zu sein. Du brauchst auch einen starken Sales Funnel, der aus Fremden treue Kunden macht.
Bereit, zu lernen, wie das geht? Hier zeigen wir dir, wie du einen E-Commerce-Sales-Funnel aufbaust und geben dir ein paar Beispiele für erfolgreiche E-Commerce-Funnels in der Praxis.
Was ist ein E-Commerce-Sales-Funnel?
Ein E-Commerce-Sales Funnel ist eine spezielle Art von Sales Funnel, die darauf ausgelegt ist, Besucher über eine reibungslose, produktorientierte Reise in Käufer zu verwandeln. Anders als ein B2B-Sales-Funnel, der oft längere Pflegephasen benötigt und den Vertrauensaufbau in den Mittelpunkt stellt, ist ein E-Commerce-Funnel in der Regel kürzer und stärker auf Transaktionen ausgerichtet.
Ein typischer Sales Funnel für E-Commerce umfasst fünf Hauptphasen:
- Awareness: Menschen entdecken deinen Shop durch Anzeigen, Social Media oder Suchmaschinen.
- Interest: Besucher stöbern durch Produkte und erkunden deine Webseite.
- Consideration: Sie prüfen ihre Optionen, lesen Bewertungen und vergleichen Produkte.
- Conversion: Sie legen Artikel in den Warenkorb und schließen den Kauf ab.
- Retention: Du meldest dich per E-Mail, SMS oder Aktionen, um erneute Käufe und Loyalität zu fördern.
Wenn du diese fünf Phasen des Sales Funnel berücksichtigst, kannst du aus Käufern Wiederkäufer machen. Jetzt schauen wir uns an, wie du einen solchen Funnel aufbaust.
So erstellst du einen Sales Funnel für E-Commerce: Schritt für Schritt
Einen Sales Funnel zu erstellen heißt, eine klare Strategie und einen festen Prozess zu haben, um neue Kunden anzuziehen und zu binden. Hier ist ein Schritt-für-Schritt-Framework, das du nutzen kannst, um deinen ersten Funnel aufzubauen.
⚠️ Bevor du loslegst: Produkt-Markt-Fit validieren
Bevor du Landing Pages, E-Mail-Sequenzen oder Anzeigen erstellst, ist es wichtig, den Produkt-Markt-Fit zu validieren. Das bedeutet, dass du verstehst, wem du etwas verkaufst und ob dein Produkt wirklich nachgefragt wird. Ein Sales Funnel verstärkt nur die Nachfrage. Er erzeugt sie nicht. Wenn Kunden dein Produkt nicht wirklich verstehen, wollen oder ihm vertrauen, springen sie ab, bevor sie kaufen.
Du hast möglicherweise bereits Produkt-Markt-Fit, wenn:
- Kunden verstehen, was du verkaufst, ohne lange Erklärungen.
- Du wiederkehrende Käufe oder Stammkunden generierst.
- Deine Produkte über Empfehlungen oder Mundpropaganda weiterempfohlen werden.
- Deine Conversion Rates im Verhältnis zum Traffic gesund sind.
- Kunden Bewertungen hinterlassen, in denen ein spezifisches Problem genannt wird, das dein Produkt löst.
- Bezahlte Anzeigen konvertieren, ohne dass starke Rabatte nötig sind.
- Kunden gezielt nach Produkten wie deinem suchen.
Wenn du zwar Traffic hast, aber niedrige Conversion Rates, viele abgebrochene Warenkörbe oder wenige Stammkunden, musst du am Produkt-Markt-Fit noch arbeiten.
Jetzt geht’s an den Aufbau deines E-Commerce Sales Funnels!
Schritt 1: Verstehe deinen idealen Kunden
Um deine Kunden wirklich zu kennen, geh über reine Demografie hinaus und lerne ihre Motivation kennen.
Stelle Fragen wie:
- Welche Probleme haben sie?
- Wie kann dein Produkt diese Probleme lösen?
- Welches Ergebnis wünschen sie sich?
- Was motiviert sie zum Kauf?
Starte damit, Bewertungen und Support-Nachrichten deiner besten Kunden zu lesen. Du kannst auch Bewertungen von Wettbewerbern analysieren, um zu sehen, was Käufer schätzen oder kritisieren.
Schau dir danach eigene Shop-Daten an, wie Klick-Raten, Conversion Rates und abgebrochene Warenkörbe, um zu verstehen, wie sich Kunden auf deiner Website verhalten. So kannst du deinen Funnel um echtes Kundenverhalten herum aufbauen.
Zum Beispiel:
- Viel Traffic, aber niedrige Klickraten könnte bedeuten, dass dein Angebot oder Messaging nicht überzeugend ist.
- Viele Produktseiten-Besuche, aber wenige Conversions können auf fehlendes Vertrauen, unklare Vorteile oder Preisbedenken hinweisen.
- Viele abgebrochene Warenkörbe deuten oft auf Hürden beim Checkout, unerwartete Versandkosten oder mangelnde Dringlichkeit hin.
Diese Muster helfen dir, die richtigen Schwerpunkte für deinen Funnel zu setzen, statt zu raten, was Kunden wirklich brauchen.
Schritt 2: Conversion Pages aufbauen
Jetzt brauchst du Conversion Pages. Das sind spezielle Seiten auf deiner Website, die darauf ausgelegt sind, Besucher in Kunden zu verwandeln. Es gibt zwei Arten von Conversion Pages, die du erstellen solltest:
- Landing Pages: Kurze, fokussierte Seiten, die Traffic aus Anzeigen, E-Mails oder Social Media durch gezielte Botschaften, klare Vorteile, Dringlichkeit und Social Proof in Conversions verwandeln.

Landing Page Beispiel von Brooklinen.
- Produktseiten: Detaillierte, dauerhafte Seiten für einzelne Produkte, die Kunden helfen, das Produkt zu verstehen und zu entscheiden, ob sie kaufen – unabhängig von bestimmten Kampagnen

Produktseiten-Beispiel für Brooklinen
Das Ziel einer Conversion Page ist es, Kaufhürden zu reduzieren und Besucher zu einem Kauf zu motivieren. Auch wenn sich Produktseiten und Landing Pages leicht in Aufbau und Ziel unterscheiden, nutzen beide überzeugende Elemente wie nutzenorientierte Texte, Kundenbewertungen und Social Proof, um die Conversion Rate zu erhöhen. Sie sollten außerdem wichtige Fragen zu Preis, Funktionen, Versand und Rückgabe beantworten.
Viele nutzen E-Commerce-Software wie Shopify, um Landing Pages und Sales Pages zu erstellen. Das ist die beste Option für Unternehmen, die mehrere Produkte verkaufen, auf das Stöbern und Kollektionen setzen oder einen kompletten Online-Shop mit Lagerbestand, Versand und integriertem Checkout wollen.
Du kannst auch Funnel-Builder-Tools wie ClickFunnels, GoHighLevel und Systeme.io verwenden. Diese Plattformen sind ideal, wenn du durch einen fokussierten, schrittweisen Funnel Conversions erzielen willst statt über einen traditionellen Shop.
Schritt 3: Traffic generieren
Sobald deine Conversion Pages stehen, kannst du anfangen, Traffic auf deine Website zu bringen. Dafür solltest du verschiedene Traffic-Quellen nutzen, zum Beispiel:
- Bezahlte Anzeigen: Du kannst verschiedene Anzeigenarten wie Google Search Ads, Facebook & Instagram Ads, TikTok Ads, YouTube Ads und Display Ads einsetzen, um Traffic auf kampagnenspezifische Landing Pages zu leiten (lies unseren Artikel zu Erfolgreiche Anzeigenkampagnen skalieren für Tipps).
- User-Generated Content (UGC): UGC-Traffic entsteht durch Inhalte, die echte Nutzer erstellen, nicht deine Marke. Dazu gehören TikTok- oder Instagram-Videos, Bewertungen und Erfahrungsberichte, Unboxings, Produktdemos, Reddit-Posts oder Diskussionen in Foren.
- Influencer: Influencer-Inhalte sind Inhalte von Personen mit einer eigenen Community, meistens Social-Media-Persönlichkeiten mit vielen Followern. Häufig entstehen diese Inhalte im Rahmen einer bezahlten Partnerschaft oder eines Sponsorings.
- Suchmaschinenoptimierung (SEO): Viele suchen Produkte über Suchmaschinen wie Google oder Bing. Stelle sicher, dass deine Seiten, besonders Produkt- und Kategorieseiten, für diese Suchergebnisse optimiert sind.
Mehr Traffic bedeutet in der Regel mehr Verkaufschancen, wenn du es richtig machst. Achte einfach darauf, dass du passenden Traffic auf deine Seiten leitest. Das schaffst du, indem du die richtigen Keywords auswählst und mit passenden Creators zusammenarbeitest.
Schritt 4: Optimiere deine Conversion Pages
Wenn du mehr Traffic auf deine Conversion Pages leitest, solltest du deine Conversion-Metriken genau beobachten und die Seite gezielt optimieren, um die Conversion Rate zu verbessern.
Deine Seite sollte Best Practices wie diese berücksichtigen:
- Seite zum Traffic-Kanal passend gestalten: Wer auf eine Facebook-Anzeige, eine E-Mail oder ein Google-Suchergebnis klickt, sollte auf einer Seite landen, die die gleiche Botschaft, das gleiche Angebot und Versprechen weiterführt.
- Wertversprechen sofort klar machen: Innerhalb weniger Sekunden sollten Besucher verstehen, was das Produkt ist, für wen es ist und warum es sich lohnt.
- Nutzenorientierte Überschriften verwenden: Konzentriere dich auf das Ergebnis, das Kunden wollen, nicht nur auf Produktmerkmale.
- Hochwertige Bilder oder Videos einsetzen: Zeige das Produkt in der Anwendung, hebe Details hervor und reduziere Unsicherheiten bezüglich des Kaufs.
- Social Proof einbinden: Bewertungen, Sterne, Erfahrungsberichte, nutzergenerierte Inhalte oder Mediennennungen stärken das Vertrauen.
- Klare Call-to-Action (CTA): Setze auffällige Buttons wie „Jetzt kaufen“, „Gratis testen“ oder „Hol dir deins“, die direkt ins Auge fallen.
- Hürden beim Preis abbauen: Sei transparent über Gesamtkosten, Versand, Rabatte, Abos oder Rückgabebedingungen.
- Checkout so einfach wie möglich gestalten: Vermeide unnötige Felder, Ablenkungen oder Zusatzschritte, die Kunden aufhalten.
Du kannst auch Taktiken wie die Schaffung echter Dringlichkeit und kostenlose Lieferung oder Rückgabe prüfen, wenn du deine Conversion Rate steigern möchtest.
Tools wie Microsoft Clarity helfen dir zu sehen, wie potenzielle Kunden sich auf der Seite verhalten und was du tun kannst, um ihre Erfahrung zu verbessern.
Schritt 5: Add-to-Cart- und Checkout-Flow optimieren
Kunden können während des Checkouts abspringen. Deshalb solltest du diesen Ablauf so reibungslos wie möglich machen. Hier sind einige Möglichkeiten, diesen Teil deines E-Commerce Sales Funnels zu verbessern:
- Mache den „In den Warenkorb“-Button groß und gut sichtbar.
- Nutze einen Slide-out-Warenkorb, um Seiten-Neuladen zu vermeiden.
- Zeige den Gesamtpreis mit Versandkostenschätzung frühzeitig an.
- Erlaube Upsells, ohne auf eine andere Produktseite umzuleiten.
- Biete eine „Gast-Checkout“-Option an, damit Kunden kein Konto anlegen müssen.
- Der Checkout-Prozess sollte so wenige Schritte wie möglich haben.
- Frage nur nach den wirklich nötigen Informationen.
- Vermeide versteckte Kosten.
- Baue Vertrauen mit Sicherheits-Badges und klaren Rückgaberichtlinien auf.
Tipp: Optimiere unbedingt auch deinen Add-to-Cart und Checkout Flow für Mobilgeräte. Auch wenn mobile Käufe im ersten Quartal 2025 die Mehrheit aller Online-Bestellungen ausmachten, kann die mobile Warenkorbabbruchrate bis zu 86 % betragen. Das ist höher als am Desktop.
Schritt 6: Abgebrochene Warenkörbe zurückholen
Statistiken zu abgebrochenen Warenkörben zeigen, dass Shops bis zu 15 % der „verlorenen“ Verkäufe mit den richtigen Workflows zurückholen können. Das sind Leads mit hoher Kaufabsicht, die nur einen kleinen Anstoß brauchen.
Wenn du die Kontaktdaten von Kunden (E-Mail und/oder Telefonnummer) direkt sammelst, kannst du ihnen kurz nach dem Absprung eine freundliche Erinnerung schicken. Falls das nicht funktioniert, probiere einen kleinen Rabatt, zum Beispiel 10 % Nachlass, um das Interesse zu halten. Denk daran: Eine Multichannel-Strategie bringt die besten Ergebnisse. Probiere also eine Mischung aus SMS, E-Mail und Retargeting-Anzeigen.
Schritt 7: Post-Purchase-Upsells erstellen
Biete deinen Kunden die Möglichkeit, während des Checkouts zusätzliche Artikel mit in den Warenkorb zu legen. Upsells sollten sich aber immer wie ein logischer nächster Schritt anfühlen und nicht wie ein wahlloser Verkauf.
Erstelle zum Beispiel Bundles oder Geschenksets, die den Artikel mit anderen passenden Produkten kombinieren. Wer eine iPhone-Hülle kauft, interessiert sich vielleicht auch für einen Displayschutz oder eine Powerbank. Du kannst als Upsell auch eine erweiterte Garantie oder eine Versandversicherung als Option anbieten.
ClickFunnels macht das besonders einfach. Die Plattform ist speziell auf Checkout-Optimierung ausgelegt. So kannst du One-Click-Upsells, Down-Sells und Order Bumps direkt nach dem Kauf einfügen.
Schritt 8: E-Mail-Flows einrichten
Dein E-Commerce-Sales-Funnel endet nicht mit dem Kauf. Du kannst nach dem Kauf E-Mail-Flows einrichten, um die Beziehung zu stärken und noch mehr Wert aus deinen Kunden zu holen.
Nachdem du die Bestellbestätigung und die Sendungsnummer verschickt hast, kannst du den Kunden um Feedback bitten. Ein paar Tage später bittest du sie, eine Produktbewertung zu hinterlassen, und bietest dafür etwas Shop-Guthaben an. Du kannst auch zusätzliche Flows für Treueprogramme einrichten oder Rabatte für Kunden anbieten, die länger nicht mehr zurückgekommen sind.
Funnel-Builder-Software wie GoHighLevel macht es einfach, verhaltensbasierte E-Mail-Strecken passend zu Funnel-Aktionen zu erstellen. Du kannst E-Mails auslösen, basierend auf Formularübermittlungen, Käufen, Pipeline-Phasen, Inaktivität, Tags, Terminen oder abgebrochenen Aktionen. Du kannst außerdem Systeme.io nutzen, um überraschend gute E-Mail-Sequenzen zu starten (und du bekommst bis zu 2.000 Kontakte und drei Funnels im Gratis-Tarif).
Schritt 9: Deinen Funnel überwachen und verbessern
Die erfolgreichsten Funnels entstehen meistens durch kontinuierliche Weiterentwicklung und nicht durch einmaliges Einrichten. Sobald dein Funnel also live ist, verschiebt sich die Arbeit vom Aufbau hin zur Optimierung. Das Ziel ist, genau zu beobachten, wie Kunden jede Stufe durchlaufen, herauszufinden, wo sie abspringen, und mit kleinen Änderungen die Performance nach und nach zu steigern.
Starte damit, zu verfolgen, wie Nutzer von einer Funnel-Stufe zur nächsten wechseln. Schau nicht nur auf die Verkaufszahlen, sondern analysiere die Performance jeder einzelnen Seite und Aktion entlang des Weges. So findest du heraus, wo es Hürden gibt.
Beachte Kennzahlen wie:
- Klickraten auf Landing Pages.
- Conversion Rates auf Produktseiten.
- Add-to-Cart-Raten.
- Abschlussquoten beim Checkout.
- Abgebrochene Warenkörbe.
- Annahmeraten von Upsells.
- Öffnungs- und Klickraten von E-Mails.
Sobald du weißt, an welchen Stellen Nutzer abspringen, suche nach Mustern im Kundenverhalten. Tools wie Hotjar, Microsoft Clarity oder Mouseflow helfen dabei zu verstehen, wie Besucher mit deinen Seiten interagieren. Heatmaps, Scrolltiefe, Session Recordings und Klick-Tracking zeigen oft Probleme, die klassische Analytics nicht erfassen.
Teste beim Optimieren immer nur eine Änderung gleichzeitig, damit du klar sehen kannst, was die Performance beeinflusst. Schon kleine Anpassungen führen oft zu spürbaren Verbesserungen.
Typische Funnel-Elemente, die du testen kannst:
- Überschriften und Texte.
- Platzierung oder Wortwahl der Call-to-Action (CTA).
- Produktbilder oder Videos.
- Darstellung der Preise.
- Platzierung von Social Proof.
- Checkout-Design und Anzahl der Schritte.
- Upsell-Angebote.
- Versand- oder Rückgabebotschaften.
Mit der Zeit wird Funnel-Optimierung zu einem Kreislauf: Absprungstellen erkennen, Verbesserungen testen, Ergebnisse messen, und wiederholen.
So misst du den Erfolg deines E-Commerce Sales Funnels
Wenn dein E-Commerce Funnel erfolgreich sein soll, musst du Erfolg klar definieren und messen. Das Verfolgen wichtiger Kennzahlen hilft dir, konkrete Probleme zu erkennen und gezielte Verbesserungen vorzunehmen. Hier sind ein paar wichtige Metriken, auf die du achten solltest:
- Conversion Rate: Wie gut deine Seiten Besucher in Kunden oder Leads verwandeln. Diese Kennzahl ist am aussagekräftigsten, wenn du sie regelmäßig misst (mit den richtigen Besuchern) und mit deinen eigenen Ergebnissen aus der Vergangenheit vergleichst, nicht nur mit Branchenwerten.
- Add-to-Cart-Rate: Wie viele Personen Produkte in den Warenkorb legen. Ein hoher Wert im Vergleich zu Benchmarks zeigt, dass deine Produktseiten überzeugen.
- Cart Abandonment Rate: Wie viele Personen nach dem Hinzufügen von Artikeln zum Warenkorb abspringen. Eine hohe Abbruchrate bedeutet meist, dass es Hürden im Checkout gibt. Auch hier solltest du sie als Maßstab nehmen, den du verbessern willst.
- Average Order Value (AOV): Wie viel Kunden durchschnittlich pro Bestellung ausgeben. Ein AOV von 1,5 bis 2 Mal deinem durchschnittlichen Produktpreis zeigt, dass du gutes Bundling und Upselling betreibst. Es ist auch ein gutes Zeichen, wenn dein AOV mit der Zeit wächst.
- Customer Lifetime Value (LTV): Wie viel Kunden über mehrere Bestellungen hinweg ausgeben. Ziel ist es, zu optimieren, wie schnell und wie oft deine Kunden wiederkommen.
Shopify und Google Analytics haben bereits integrierte Tracking-Tools, mit denen du die Performance deiner Website gut messen kannst. Wenn du aber vollständiges Funnel-Tracking und CRM-Integration möchtest, kannst du mit einem Tool wie GoHighLevel genau die Transparenz bekommen, die du zur Optimierung deines gesamten E-Commerce Sales Funnels brauchst.
3 E-Commerce-Sales-Funnel-Beispiele
Verschiedene Marken nutzen unterschiedliche Taktiken, Stile und Angebote, um Kunden zu gewinnen. Hier findest du drei Beispiele für äußerst erfolgreiche E-Commerce-Sales-Funnels einiger der größten Marken im Internet.
Ridge Wallets
Der Ridge Wallet-Sales-Funnel sorgt mit gezielten Anzeigen und einfachen Landingpages für starkes, profitables Wachstum. Das hat Ridge Wallets jedes Jahr Hunderte Millionen Umsatz mit Produkten eingebracht. So funktioniert es:
Top of Funnel (Awareness)
- Creator-Partnerschaften: Durch starkes Influencer-Marketing auf TikTok und Instagram sowie YouTube-Sponsorings wird die Botschaft gezielt an die passende Zielgruppe gebracht. Ridge hat angeblich mit mehr als 5.000 Creators seit 2016 zusammengearbeitet. Zum Beispiel besteht eine langjährige Partnerschaft mit Marques Brownlee, einem Tech-Creator und YouTuber, der sich mit Konsumententechnologie beschäftigt.

- Paid Social: Statische Facebook- und Instagram-Anzeigen mit niedrigen Akquisekosten sorgen für zusätzliche Aufmerksamkeit und leiten Traffic auf gezielte Landingpages.
Middle of Funnel (Interest + Consideration)
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Hochkonvertierende Landingpages: Anstatt Nutzer zur generischen Startseite zu schicken, leitet Ridge den Traffic häufig direkt auf eine gezielte Landingpage mit viel Social Proof.
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Lehrreiche Produktseiten: Produktseiten verwandeln Interesse in Verlangen durch visuelle Demos, Vergleiche mit klobigen Geldbörsen und transparente Preise.

Bottom of Funnel (Conversion + Retention)
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Rabatte und Aktionen: Regelmäßige Rabatte und Aktionen (wie Cashback-Belohnungen) helfen, den Kauf abzuschließen.
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Schneller Checkout: Ein einfach gehaltener Checkout mit verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten und einer klaren Rückerstattungsrichtlinie nimmt die letzten Zweifel.
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Upsells: Nachdem eine Wallet zum Warenkorb hinzugefügt wurde, werden passende Zusatzprodukte angeboten, um den durchschnittlichen Bestellwert zu steigern.
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E-Mail-/SMS-Flows: Nach dem Kauf stärken E-Mail- und SMS-Flows die Marke und verwandeln Käufer in Wiederkäufer und Markenbotschafter.
Bombas
Der Socken- und Unterwäschehändler Bombas nutzt ein conversion-fokussiertes System, das auf emotionalem Branding und hohen Durchschnittsbestellungen basiert. So funktioniert es:
Top of Funnel (Awareness)
- Brand Storytelling: Bombas stellt regelmäßig ihr „eins gekauft = eins gespendet“-Modell und Partnerschaften mit sozialen Einrichtungen wie Wohltätigkeitsorganisationen und Nonprofits heraus. Damit werden besonders sinnorientierte Kunden angesprochen.

- Creator- & Influencer-Partnerschaften: Partnerschaften mit Creators auf YouTube, Instagram und TikTok helfen, kaufbereite Interessenten anzuziehen.
Zum Beispiel hat Bombas mit Creators zusammengearbeitet, die „Day in Life“-Inhalte posten. Diese Creators integrieren Bombas-Socken oft in alltägliche, authentische Momente, anstatt Werbung wie eine klassische Anzeige wirken zu lassen.

- Bezahlte Social Ads: Bezahlte Anzeigen auf beliebten Social-Media-Plattformen helfen ebenfalls dabei, neue Leads zu gewinnen.
Middle of Funnel (Interesse + Erwägung)
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Landing Pages und Produktseiten: Leads werden auf hochkonvertierende Produkt- und Landing Pages geführt, die Produktinnovation, die Markenmission und starken Social Proof hervorheben.
-
PPC-Werbung: Pay-per-Click (PPC)-Anzeigen auf Google und anderen Shopping-Plattformen helfen Bombas, Leads mit klarer Kaufabsicht anzusprechen, die gezielt nach bestimmten Produkteigenschaften suchen.
Bottom of Funnel (Conversion + Bindung)
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Rabatte und Aktionen: Regelmäßige Rabatte und Aktionen, wie zum Beispiel 20 % für Erstkunden, helfen dabei, Leads in Kunden zu verwandeln.
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Reibungsloser Checkout: Die Möglichkeit für Express-Checkout wird mit Zufriedenheitsgarantien und klaren Rückgaberegelungen kombiniert, um Hürden abzubauen und Kaufzweifel zu beseitigen.
-
Produkt-Bundles: Bombas bietet Produkt-Bundles und gestaffelte Rabatte, mit denen Kunden bei Großbestellungen mehr sparen können. Schwellen für kostenlosen Versand helfen zusätzlich, den durchschnittlichen Bestellwert zu erhöhen.
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E-Mail- und SMS-Flows: Nach dem Kauf sorgen E-Mail- und SMS-Kommunikation dafür, dass Kunden zurückkommen. Sie erinnern daran, den Vorrat aufzufüllen, und verkaufen passende Produkte im Cross-Selling.
PrettyLittleThing
Der Fashion-Händler PrettyLittleThing setzt einen „faster-than-fast-fashion“-Sales Funnel ein. Dieser ist darauf ausgelegt, großes Social-Media-Engagement mithilfe von Influencer-Partnerschaften, organischem Social Media und gezielter Verkaufsansprache schnell in Käufe zu verwandeln. So funktioniert das Konzept:
Top of Funnel (Awareness)
- Influencer-Marketing: PrettyLittleThing setzt stark auf den „It-Girl“-Look und arbeitet mit angesagten Promis und Influencern zusammen, die die Produkte präsentieren. Die Marke hat mit verschiedenen Models und Influencern wie Cindy Kimberly kooperiert (siehe unten).

- Organische Social Media: Eine aktive Präsenz auf Instagram und TikTok sorgt dafür, dass die Marke im Kopf bleibt und sich mit ihrer Community austauscht.
Middle of Funnel (Interest + Consideration)
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Ständige Verkaufsbotschaften: PrettyLittleThing wirbt ständig mit Preissenkungen, limitiertem Bestand und schnell ausverkauften Artikeln, um mehr Conversions zu erzielen.
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Google-Shopping-Optimierung: Durch die Optimierung der Suchpräsenz für bestimmte Keywords erhöht PrettyLittleThing die Sichtbarkeit bei generischen sowie bei markenspezifischen Suchen.
-
Endloses Stöbern: Anders als bei Single-Product-Funnels ist die Webseite von PrettyLittleThing darauf ausgelegt, das Scrollen in Social Media nachzuahmen. Seiten haben oft mehrere Abschnitte wie „Neuheiten“ oder „Jetzt im Trend“ sowie verschiedene Filter und Kategorien zur Produktübersicht.
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Produktseiten: Produktseiten fördern schnelle Entscheidungen durch niedrige Preise und einen Bereich „Look vervollständigen“.
Bottom of Funnel (Conversion + Retention)
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Schneller Checkout und Lieferung: Eine „Gast-Checkout“-Funktion und schnelle Lieferoptionen erleichtern den letzten Schritt zum Kauf.
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Upsells: Kunden werden regelmäßig Zusatzartikel wie Taschen, Schuhe und Accessoires angezeigt, die „das Outfit komplett machen“. Indem Kunden motiviert werden, komplette Outfits statt einzelner Produkte zu kaufen, steigert PrettyLittleThing auch den durchschnittlichen Bestellwert.

- Retargeting-Anzeigen: Kunden werden mit Artikeln retargetet, mit denen sie bereits interagiert haben. Das hilft, sie zurückzuholen und den Kauf abzuschließen.
FAQ
Ist Shopify ein Sales Funnel?
Ist Shopify ein Sales Funnel?
Nein, Shopify ist selbst kein Sales Funnel. Es ist eine E-Commerce-Plattform, mit der du einen Funnel erstellen und verwalten kannst (Produktseiten, Warenkorb, Checkout, Upsells). Der Funnel ist die Strategie und der Ablauf – Shopify ist nur eines der Tools, mit denen du ihn umsetzen kannst. Weitere E-Commerce-Plattformen findest du in unserer Liste der besten E-Commerce Plattformen.
Was sind die besten Plattformen für den Aufbau eines E-Commerce Sales Funnels?
Was sind die besten Plattformen für den Aufbau eines E-Commerce Sales Funnels?
Beliebte Plattformen für E-Commerce-Funnels sind ClickFunnels, Shopify, GoHighLevel und Systeme.io. Jede Plattform unterstützt Funnels auf unterschiedliche Weise – je nachdem, ob du E-Commerce-Infrastruktur, Conversion-Optimierung oder Automatisierung priorisierst.
- ClickFunnels: Am besten geeignet für conversion-fokussierte Funnels mit integrierten Landingpages, Checkout-Flows, Upsells, Order Bumps und Angeboten nach dem Kauf.
- Shopify: Am besten für komplette E-Commerce-Shops, Produktkataloge, Bestandsverwaltung und klassische Einkaufserlebnisse. Funnel-Funktionalität kann über Apps und Landingpage-Builder ergänzt werden.
- GoHighLevel: Ideal für Unternehmen, die Funnels mit CRM, E-Mail-Automatisierung, SMS-Nachfassaktionen und Lead-Nurturing-Workflows verbinden wollen.
- Systeme.io: Perfekt für einfache, preiswerte Funnels mit eingebautem E-Mail-Marketing, Checkout-Seiten und schlanken E-Commerce-Funktionen.
Welche Plattform die richtige ist, hängt davon ab, wie deine Kunden bei dir einkaufen. Funnel-first-Tools führen Shopper gezielt durch eine gesteuerte Conversion-Strecke. E-Commerce-Plattformen wie Shopify unterstützen ein breiteres Stöbern und die Entdeckung neuer Produkte.
Wo finde ich Vorlagen für hochkonvertierende Landing Pages?
Wo finde ich Vorlagen für hochkonvertierende Landing Pages?
Du findest hochkonvertierende Landingpage-Vorlagen auf den folgenden Plattformen:
- Unbounce: Am besten geeignet für conversion-fokussierte Landingpages mit starkem A/B-Testing, KI-Textvorschlägen und Optimierungstools.
- Leadpages: Perfekt für einfache Lead-Capture-Seiten, Opt-Ins und kleine Marketingkampagnen, die eine schnelle Einrichtung brauchen.
- ClickFunnels: Optimal für Verkaufsseiten und Checkout-Vorlagen, die für komplette Funnel-Strecken entwickelt wurden.
- Shopify: Am besten für E-Commerce-Landingpages, die mit Produkten, Kollektionen und Werbekampagnen verknüpft sind.
- GoHighLevel: Ideal für Landingpages, die mit CRM, Formularen und automatisierten Nachfassaktionen gekoppelt sind.
- Systeme.io: Geeignet für preiswerte Funnel-Vorlagen mit integriertem E-Mail-Marketing und Checkout-Flows.
Die meisten dieser Tools bieten Drag-and-Drop-Editoren, mobiloptimierte Vorlagen und vorgefertigte Layouts, mit denen du die Conversion verbessern kannst, ohne eigenes Design oder Entwicklung zu benötigen.
